| Am Theaterhaus in Köln -
Beim Dreh
Höchst
gespannt, neugierig und noch im Unklaren darüber, was
uns hinter der Tür erwarten würde, betraten wir
das Café, in dem der eigentliche Dreh stattfand.
Der Raum strahlte durch das orange/gelbliche Drehlicht etwas
sehr Unwirkliches, fast Surreales aus, gleichzeitig war die
Atmosphäre aber auch stimmungsvoll, sehr heimelig und
irgendwie urgemütlich.
Unterstützt wurde dieser
Eindruck noch durch teilweise dicke Nebelschwaden, die überall
im Raum hingen. Unter Zuhilfenahme einer Nebelmaschine wurde
Rauch in den Raum geblasen, um den Eindruck eines verqualmten
Cafés zu erwirken. Gelegentlich wurde auf Zuruf des
Regisseurs ("Mehr Haze!") die Nebelmaschine aktiviert,
um weiteren Rauch nachzublasen.
Direkt nach dem Betreten des Raumes
rief uns ein Mitarbeiter des Teams zu, auf die Schienen zu
achten und nicht darauf zu treten. Schienen?
Beim Setbesuch vom letzten Jahr haben wir Euch unter anderem
auch die Kamera etwas näher vorgestellt, die "Arriflex",
eine analoge 16mm Filmkamera. Die Kamera kommt auf einem "Dolly"
zum Einsatz, einer Art Stativ auf Rollen. Wenn in Hürth
- wo ja die Kulisse vom Haus der Degenhardts steht - gedreht
wird, kommen aufgrund des ebenen Studiobodens keine Schienen
zum Einsatz, hier im Café allerdings schon.
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Der Aufnahmeleiter führte uns in eine Ecke mit
einem Sofa, von der aus wir einen guten Ausblick auf den ganzen
Raum und insbesondere die Stelle, an der gedreht wurde, hatten.
Nun hatten wir die Gelegenheit, uns etwas genauer umzusehen.
Der Raum war fast überfüllt
mit Personen. Unsere wohlbekannten Hauptdarsteller nahmen
zusammen mit zwei uns noch unbekannten Personen an einem Tisch
Platz. Auf den davorstehenden Tisch zwischen uns hatte der
Regisseur seinen Arbeitsplatz. Vor ihm war ein kleiner Monitor
aufgestellt, der über Funk mit dem Signal der Arri-Kamera
versorgt wurde, so daß er sich permanent ein korrektes
Bild machen konnte.
Neben ihm saß das "Script/Continuity-Girl",
das die Aufgabe hat, dafür zu sorgen, daß Anschlußfehler
auf ein Minimum reduziert werden. So ein Anschlußfehler
kann zum Beispiel ein verrücktes Glas sein, was nach
einer längeren Drehpause dann an einer falschen Stelle
steht, oder auch eine Uhr, die verschiedene Uhrzeiten anzeigt.
Das gefilmte Material wird nicht zwingend in chronologischer
Reihenfolge zusammengeschnitten. Viel Flickwerk aus verschiedenen
"Takes" machen dann letztendlich nach dem Schnitt
den fertigen Look aus.
Desweiteren waren noch diverse
Statisten, Assistenten, der Mann mit der Tonangel, der Tontechniker
an seinem Mischpult und weitere Teammitglieder vor Ort. Zuammen
mit unserer 7-köpfigen Gruppe war der kleine Raum sehr
überfüllt. Darüberhinaus strahlten die Scheinwerfer
eine starke Hitze aus, so daß wir in unseren Jacken
alle ziemlich schnell ins Schwitzen gerieten. Darauf waren
wir nicht vorbereitet und keiner von uns hatte daran gedacht,
die Jacken im Vorraum zu lassen.
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